Massaranduba – das brasilianische Kraftpaket in tiefem Rotbraun

Eine gelungene Alternative zu teurem Teak

Massaranduba ähnelt in seinen technischen Eigenschaften dem Edelholz Teak, weist aber eine rötlich-braune Farbgebung auf. Als stark beanspruchbares Konstruktionsholz für den Innen- und Außenbereich kommt es hauptsächlich im Wasser-, Boots- und Brückenbau zum Einsatz. Aus ihm werden Kühltürme, Bootsstege und Bahnschwellen gefertigt. Es kommt aber auch als Verkleidung von Lärmschutzwänden, Kläranlagen und Fassaden zum Einsatz. Zu beachten gilt, dass es nur für den direkten Kontakt mit Süßwasser geeignet ist. Salzhaltiges Wasser würde das Holz mit der Zeit angreifen. Als Terrassenbelag, Teich- oder Poolumrandung ist das strapazierfähige Holz aber bestens geeignet.

Herkunft


Massaranduba wird aus dem Balatabaum gewonnen. Dabei handelt es sich um mehrere Baumarten der Gattung Manilkara, die zur Familie der Sapotengewächse zählen. Diese Bäume können eine Wuchshöhe von 30 Metern und einen Stammdurchmesser von 130 Zentimetern erreichen. Beheimatet sind sie in Mittel- und Südamerika, wo sich ihr Verbreitungsgebiet über die gesamte tropische Zone von Brasilien bis Mexiko erstreckt.

 

Eigenschaften


Massaranduba zeichnet sich durch ein großes Farbspektrum aus. Das Splintholz der Balatabäume ist meist von rötlich-grauer Farbe und setzt sich deutlich vom rot-braunen bis violett-braunen Kernholz ab. Die jährlichen Zuwachszonen sind kaum zu erkennen und so zeichnet sich ihr Holz durch ein besonders homogenes Erscheinungsbild aus.

Doch kann es wie bei anderen Tropenhölzern zum sogenannten Wechseldrehwuchs kommen, der sowohl die optischen als auch mechanischen Eigenschaften des Holzes beeinflusst. So erscheint wechseldrehwüchsiges Massaranduba durch seine ungleichmäßige Faserstruktur auf der radialen Ebene mit Glanzstreifen durchzogen, die sich auf die unterschiedliche Brechung und Reflexion des einfallenden Lichts zurückführen lassen.

Im Zusammenspiel mit der enormen Härte des Holzes ist der Wechseldrehwuchs für die schwere Bearbeitbarkeit mit Handwerkzeugen und Maschinen verantwortlich. Das Vorbohren von Schraublöchern und die Verwendung von Hartmetallwerkzeugen sind deshalb unabdingbar. Wie Bangkirai und Mandioqueira zählt Massaranduba zu den Tropenhölzern, die stark quellen und schwinden. Dies sollte bei der Planung der Terrassenkonstruktion unbedingt berücksichtigt werden. So neigt es besonders an den Dielen-Enden zur Rissbildung und zum Verzug. Beidem kann nur mit einer sachgemäßen Verschraubung entgegengewirkt werden.

Nichtsdestotrotz ist Massaranduba für eine Verwendung im Außenbereich bestens geeignet. Auch der direkte Erd- und Wasserkontakt macht diesem besonders widerstandsfähigen Holz nichts aus. Es entspricht der Dauerhaftigkeitsklasse I bis II.

Besonderheiten 


Wie bei den meisten Tropenhölzern kann es auch bei Massaranduba in den ersten Monaten zum sogenannten Ausbluten kommen. Dabei werden vom Regen- oder Gießwasser Farbpigmente aus dem Holz gespült, die anliegende Bauteile wie Fassaden, Türen und Zäune rötlich-braun verfärben können. Mit Oxalsäure oder Natriumdithionid-Lösung lassen sich diese Verfärbungen allerdings problemlos wieder entfernen.

Eine weitere Besonderheit von Massaranduba liegt in seinem Inneren verborgen: Genauso wie der Kautschukbaum bildet der Balatabaum Milchsaft aus, der sich an der Luft verhärtet und eine gummiartige Konsistenz annimmt. Den natürlichen Latex lagert der Balatabaum in seinem äußeren Kernholz ein. Dies wirkt sich nicht nur auf die Bearbeitbarkeit des Holzes, sondern auch auf seine Anstricheigenschaften aus.

Während der Kautschuk Maschinen und Werkzeuge schnell verklebt, haften herkömmliche physikalische Holzschutzmittel kaum auf der wasserabweisenden Holzoberfläche. Deshalb ist der Anstrich von Massaranduba genauso wie bei Teak nur mit speziellen Lacken und Lasuren möglich.

 

Pflege 


Massaranduba verfügt als Tropenholz über eine Art inneren Holzschutz: Er besteht zum einen in der hohen Dichte des Holzes, die seine Zersetzung durch Mikroorganismen und Pilze erschwert. Zum anderen lagern tropische Baumarten ätherische Öle in ihren Zellen ein, die Insekten abschrecken. Beide Strategien helfen allerdings nicht gegen das Ausbleichen durch UV-Einstrahlung.

Durch direkte Sonneneinstrahlung wird der im Holz enthaltene Stoff Lignin zersetzt, wodurch das Holz seine charakteristische rot-braune Farbe verliert. Zurück bleibt die durchsichtig-weiße Cellulose, die das Holz silbrig-grau schimmern lässt. Mit pigmentierten Holzschutzmitteln wie Lasuren, Lacken und Ölen lassen sich diese Farbverluste allerdings wieder ausgleichen. Für den Anstrich mit physikalischem Holzschutzmittel ist Massaranduba aufgrund der Kautschukeinlagerungen allerdings nur mäßig geeignet. Ausschließlich spezielle Lacke und Lasuren ermöglichen einen deckenden Anstrich. Besser geeignet sind Öle, die sich leichter mit den holzeignen Ölen verbinden und von der gummiartigen Beschichtung des Holzes nicht einfach wieder abperlen.

Da nur ein intakter Holzschutz dauerhaft vor Witterungseinflüssen schützt, sollte er regelmäßig auf Schadstellen überprüft und einmal jährlich erneuert werden. Verschmutzungen lassen sich mit klarem Wasser und einem Besen oder einer Bürste ganz einfach entfernen. Die Borsten sollten weich sein, um die Holzoberfläche nicht zu zerkratzen und den Holzschutz nicht zu beschädigen.

 

Alternativen

 
Alternativen sind andere Tropenhölzer wie Bangkirai, Mandioqueira oder Teak