Parkettboden: Wie empfindlich ist er wirklich?

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Parkett ist als Bodenbelag aufgrund seiner natürlichen Optik und der warmen Ausstrahlung sehr beliebt. Allerdings wird es den Ruf nicht los, sehr empfindlich zu sein. In diesem Artikel kannst du für dich herausfinden, ob sich der Aufwand der Pflege für dich lohnt und wie du sichergehen kannst, dass der Boden langfristig schön und funktional bleibt.  

Eigenschaften von Parkettboden

Parkett ist ein Bodenbelag aus Holz. Es gibt verschiedene Arten wie Massivparkett (einschichtig) oder Fertigparkett (mehrschichtig), die sich in Aufbau und Haltbarkeit unterscheiden. Einschichtiges Massivparkett besteht aus einer einzigen Schicht massivem Vollholz. Fertigparkett setzt sich aus zwei oder drei Schichten zusammen. Hier besteht nur die obere Schicht aus Massivholz, während für die zweite Schicht querverleimtes Massivholz eingesetzt wird. Dies sorgt für ein ruhiges Schwund- und Quellverhalten. Beide Arten des Bodens müssen vollständig verklebt werden. Lediglich dreischichtiges Parkett kann man schwimmend verlegen, da in der obersten Schicht Nut und Feder untergebracht sind. Dennoch sind die drei Schichten miteinander verklebt, um eine Ausdehnung des Parkettbodens zu vermeiden.  

Holz als Naturmaterial reagiert sensibel auf Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen und kann durch Sonneneinstrahlung seine Farbe mit der Zeit ändern. Was du dagegen tun kannst, erfährst du in unserem Magazinbeitrag „Parkettboden: Holzverfärbungen durch Sonne vorbeugen und entfernen.“

Empfindlichkeit von Parkett – wie anfällig ist es wirklich?

Parkettboden ist in gewissem Maße anfällig für Kratzer und Dellen, insbesondere durch scharfe oder harte Gegenstände wie Absätze von Schuhen, Möbel oder Haustierkrallen. Auch Feuchtigkeit kann Schäden verursachen, da Holz aufquillt, wenn es für längere Zeit mit Wasser in Kontakt kommt. UV-Strahlung kann zu Verfärbungen führen, vor allem bei helleren Holzarten. Dabei sind nicht alle Holzarten gleich empfindlich: Während Eiche als ziemlich robust gilt, ist Buchenholz etwas weicher in der Konsistenz. 

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Vor- und Nachteile von Parkettböden

Vorteile:

  • Natürliche Optik: Parkett verleiht Räumen eine warme, natürliche Ausstrahlung 
  • Langlebigkeit: Bei richtiger Pflege kann Parkett jahrzehntelang halten. Es gibt die Möglichkeit, Parkett neu aufzuarbeiten, zum Beispiel durch Schleifen oder Neuversiegeln 
  • Nachhaltigkeit: Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und somit gehört Parkett zu den umweltfreundlichen Bodenbelägen

Nachteile:

  • Höherer Preis: Im Vergleich zu Laminat oder Vinyl ist Parkett kostspieliger
  • Pflegeaufwand: Parkett bedarf regelmäßiger Pflege und Schutzbehandlungen
  • Empfindlichkeit gegenüber Kratzern: Insbesondere bei ungeschütztem oder weichem Holz sind Kratzer leichter sichtbar

Schutz und Pflege: so bleibt das Parkett lange schön

Regelmäßige Pflege ist entscheidend, um die Schönheit und Lebensdauer des Parketts zu erhalten. Dazu gehört regelmäßiges Staubsaugen oder Wischen, um Staub und Schmutzpartikel zu entfernen. Möbel, die auf dem Parkettboden stehen, sollten mit Filzgleitern ausgestattet sein. Auch Teppiche können in stark genutzten Bereichen Schutz bieten. Die Verwendung milder, speziell für Holz geeigneter Reinigungsprodukte hilft, den Boden zu schonen.  

Ein optimales Raumklima von etwa 18-22 °C und eine Luftfeuchtigkeit von 50-60 % schützen das Holz vor dem Austrocknen oder Aufquellen. Eine Oberflächenbehandlung mit Öl oder Lack schützt den Boden zusätzlich und macht ihn widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit und Kratzer.  

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Tipps zur Verlängerung der Lebensdauer eines Parkettbodens 

Um die Lebensdauer des Parketts zu verlängern, solltest du einige einfache Maßnahmen beachten:  

  • Vermeidung harter Einwirkungen: Scharfe oder harte Gegenstände sollten möglichst vermieden werden
  • Regelmäßige Nachbehandlung: Geöltes Parkett sollte je nach Beanspruchung alle paar Jahre nachgeölt werden 
  • Flüssigkeiten sofort entfernen: Wasser und andere Flüssigkeiten sollten sofort aufgewischt werden, um Schäden zu verhindern
  • Teppiche in beanspruchten Bereichen: In stark genutzten Bereichen kann ein Teppich den Boden zusätzlich schonen 

Übrigens: In unserem Magazinbeitrag „Parkettboden reparieren: Kratzer, Dellen und andere Schäden schnell und günstig ausbessern“ findest du weitere wertvolle Tipps zur Pflege von Parkett.

Fazit

Parkett ist ein hochwertiger, natürlicher Bodenbelag, der trotz höherer Empfindlichkeit bei richtiger Pflege viele Jahre schön und funktional bleibt.  

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Parkettboden

Ist Parkett wirklich so empfindlich wie sein Ruf?

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Parkett ist empfindlicher als Fliesen oder Laminat, aber mit der richtigen Pflege ist er langlebig und robust. Holz reagiert vor allem auf Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen, was zu Quellen oder Schwinden führen kann. Wer ein paar Grundregeln beachtet, hat jahrzehntelang Freude an seinem Parkettboden.

Was ist der Unterschied zwischen Massivparkett und Fertigparkett?

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Massivparkett besteht aus einer einzigen Schicht massivem Vollholz und ist besonders langlebig, kann aber mehrfach abgeschliffen werden. Fertigparkett ist zwei- oder dreischichtig aufgebaut – nur die oberste Schicht besteht aus Massivholz, darunter sitzt querverleimtes Holz für ein stabileres Schwund- und Quellverhalten. Fertigparkett reagiert dadurch ruhiger auf Klimaveränderungen im Raum.

Was sind die Nachteile von Parkett?

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Die größten Nachteile von Parkett sind seine Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit, Kratzern und UV-Strahlung. Sonneneinstrahlung kann die Farbe des Holzes über Zeit deutlich verändern. Außerdem ist die Pflege aufwendiger als bei anderen Bodenbelägen, und eine Beschädigung der Oberfläche erfordert manchmal das Abschleifen und Neuversiegeln.

Wie pflege ich meinen Parkettboden richtig?

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Beim Pflegen von Parkett gilt: so wenig Feuchtigkeit wie möglich. Wische den Boden nur nebelfeucht und verwende spezielle Parkettreinigungs- oder Pflegemittel. Staubsaugen oder trockenes Kehren gehört zur Grundroutine, und je nach Oberflächenbehandlung solltest du den Boden regelmäßig ölen oder wachsen.

Wie oft sollte ich Parkett ölen?

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Wie oft du Parkett ölen solltest, hängt von der Nutzungsintensität und dem verwendeten Öl ab. Als Faustregel gilt: geöltes Parkett in stark genutzten Bereichen wie Wohnzimmer oder Flur etwa einmal pro Jahr nachölen. In weniger beanspruchten Räumen reicht es oft alle zwei Jahre.

Wie oft darf ich Parkett wischen?

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Du kannst Parkett wischen, so oft du möchtest – aber immer nur mit einem gut ausgewrungenen, nebelfeuchten Mopp. Stehendes Wasser oder zu feuchte Tücher schädigen das Holz nachhaltig. Im Alltag reicht es, den Boden zwei- bis dreimal pro Woche feucht zu wischen und täglich trocken zu kehren oder zu saugen.

Was kostet es, Parkett abzuschleifen und neu zu versiegeln?

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Die Kosten für Parkett abschleifen und versiegeln liegen je nach Region und Aufwand meist zwischen 8 und 20 Euro pro Quadratmeter. Für 25 m² zahlst du also grob 200–500 Euro, für 50 m² entsprechend 400–1.000 Euro. Der genaue Preis hängt vom Zustand des Bodens, der Holzart und der gewählten Versiegelung oder Ölung ab.

Ist Parkett ein Hartboden?

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Ja, Parkett zählt zu den Hartböden – ebenso wie Fliesen oder Naturstein. Dennoch ist Holz im Vergleich zu diesen Materialien deutlich weicher und damit anfälliger für Kratzer und Dellen. Die tatsächliche Härte hängt von der Holzart ab: Eiche, Esche oder Bambus sind robuster, während Nussbaum oder Kirsche empfindlicher sind.

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