Unsere eigenen vier Wände haben einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden – oft mehr, als wir denken. Schadstoffarme Materialien, ein gutes Raumklima und nachhaltige Lösungen sind nur einige Beispiele dafür. Doch welche Bodenbeläge und Wandgestaltungen tragen wirklich zu einer gesunden Wohnumgebung bei? In diesem Artikel erfährst du, wie du dein Zuhause wohngesund machen kannst – und warum Nachhaltigkeit und Wohngesundheit Hand in Hand gehen.
Wohngesundheit… warum überhaupt?
Wir verbringen den Großteil unserer Zeit zu Hause und in Innenräumen. Für eine gesunde Umgebung sind Luftqualität, Feuchtigkeitsregulierung und Schadstofffreiheit daher entscheidend. Wenn du auf wohngesunde Materialien und Produkte achtest, kann dein Zuhause
- Allergien reduzieren,
- für besseren Schlaf sorgen
- und womöglich sogar Atemwegserkrankungen vorbeugen.
Inwiefern hat das Material dabei einen Einfluss auf das Wohnumfeld?
Mit der Zeit geben viele Materialien – zu Hause etwa Bodenbelag und Wandpaneele – Teile ihrer Inhaltsstoffe an die Luft ab. Je nach Material können das gesundheitsfördernde oder belastende Substanzen sein. Ein positives Beispiel hierfür sind Massivholzdielen: Diese bestehen zu 100 % aus Echtholz und haben die Eigenschaft, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben. Das kann trockener Luft und Schimmel entgegenwirken.
Viele synthetische Produkte hingegen beinhalten sogenannte flüchtige organische Verbindungen (oder VOCs). Diese sind schädlich und können beispielsweise Kopfschmerzen oder Reizungen auslösen. Achte daher bestenfalls auf Produkte, die zertifiziert emissionsarm sind. Siegel wie der Blaue Engel helfen dir dabei, die Schadstoffbelastung in deiner Wohnung zu minimieren.
Wohngesundheit und Nachhaltigkeit
Während du also bei keinen Produkten enorme Bedenken haben musst, ist es immer eine gute Idee, auf wohngesunde Materialien zu setzen. Es kommt dadurch nämlich nicht nur zu weniger Schadstoffen im Haus, sondern wohngesund leben bedeutet oft auch nachhaltig leben.
Zum einen sind nachhaltige und natürliche Stoffe – wie Echtholz – ohnehin meist wohngesund, zum anderen werden beim nachhaltigen Bauen besonders haltbare und langlebige Materialien bevorzugt. Diese müssen seltener ersetzt werden, wodurch nicht nur Ressourcen geschont, sondern auch weniger Emissionen verursacht werden.
Wohngesunde Einrichtung
Wenn du auf eine sowohl nachhaltige als auch gesunde und schadstoffarme Wohnumgebung wert legt, stellen wir dir im Folgenden vor, mit welchen Produkten dir das einfach und schnell gelingt!
Bodenbeläge für gesunde Luft
Der Bodenbelag spielt eine wichtige Rolle für das wohngesunde Haus: Er bleibt über Jahre – wenn nicht Jahrzehnte – hinweg und wird jeden Tag belastet. Die wohl gesündeste Option sind hierfür Böden aus 100 % Echtholz, beispielsweise Mehrschichtparkett oder hochwertige Massivholzdielen. Insbesondere unbehandelte oder mit natürlichen Ölen und Wachsen behandelte Holzböden sind die perfekte Wahl für einen umwelt- und wohnfreundlichen Bodenbelag.
Eine weitere wohngesunde Option für den Bodenbelag ist Korkboden. Kork wird aus der Rinde der Korkeiche gewonnen, ist also ein nachwachsender, nachhaltiger und natürlicher Rohstoff. Zudem enthält Kork keine Schadstoffe und wirkt sich positiv auf das Raumklima aus. Auch für Allergiker ist er gut geeignet, weil der Boden antistatisch und staubabweisend ist. Für mehr Informationen zum Thema Korkboden sieh dir gerne unseren passenden Beitrag dazu an!
Eine Bodenbelagsart, die bezüglich Wohngesundheit einen eher schlechten Ruf hat, ist Vinylboden. Grund dafür ist das namengebende Material Polyvinylchlorid oder PVC, das unter Umständen gesundheitlich und ökologisch bedenkliche Weichmacher enthält. Auch hier ist zu erwähnen, dass die Inhaltsstoffe streng reguliert und kontrolliert werden – du kannst Vinylboden also ohne Bedenken bei dir zu Hause verlegen.
Wenn du dennoch eine wohngesündere Alternative für Vinylbodenbelag suchst, ist Designboden eine tolle Wahl. Dieser wird auch „Vinylboden ohne Vinyl“ genannt, verzichtet also auf PVC. Ansonsten bringt Designboden alle Vorteile von Vinyl mit: Er ist langlebig, robust und sehr pflegeleicht. Eine detaillierte Übersicht über Designböden und ihren Unterschied zu Vinyl findest du in unserem Ratgeber.
Wohngesunde Wandgestaltung
Der Fußboden bildet das Fundament im Haus und ist wohl die Einrichtung, die am seltensten renoviert und ausgetauscht wird. Es ist also sinnvoll, hier auf eine wohngesunde Option zu achten. Neben dem Bodenbelag sind es vor allem Wandbeläge, die über die Zeit hinweg Inhaltstoffe abgeben.
Viele konventionelle Wandfarben und Tapeten enthalten Lösungsmittel, Weichmacher oder Konservierungsstoffe. Entscheide dich zum Beispiel für mineralische oder Lehmfarben, die wohngesunden Eigenschaften haben. Beachte hier ebenfalls Zertifikate wie den Blauen Engel oder das ECO-Siegel.
Wenn du Wandpaneele für die Einrichtung deiner Wohnung präferierst, gibt es hierfür einige wohngesunde Ideen. Genau wie beim Bodenbelag, sind Paneele aus Echtholz die beste Variante. Neben Feuchtigkeitsregulierung und atmungsaktivem Raumklima ist Lärmdämmung ein weiterer Vorteil der Wandverkleidung.
Tipps für die gesunde Wohnumgebung
Wohngesundheit hört nicht bei Böden und Wänden auf – eine gesunde Raumluft, schadstofffreie Möbel und natürliche Elemente tragen ebenfalls dazu bei, dass sich dein Zuhause rundum positiv auf dein Wohlbefinden auswirkt. Zum Abschluss sind hier noch einige smarte Tipps von uns, wie du dein Zuhause mit kleinen Taten gesünder machen kannst!
- Richtig Lüften: Lüfte mindestens 2 Mal täglich für etwa 5–10 Minuten, um die Luft komplett auszutauschen. Besondern effizient: Querlüften.
- Luftreiniger: Diese helfen dabei, Feinstaub, Allergene und sogar Schadstoffe aus der Luft zu filtern.
- Wohngesunde Möbel: Lege wert auf Möbel aus nachhaltig behandeltem Echtholz und auf Umweltzertifikate.
- Schadstofffreie Dekoration: Entscheide dich für natürliche Materialien wie Baumwolle und Leinen und verzichte auf synthetische Weichmacher sowie chemische Beschichtungen.
- Pflanzen als natürliche Luftreiniger: Zimmerpflanzen tragen zu einer gesunden Raumluft bei, indem sie CO2 aufnehmen und die Luftfeuchtigkeit regulieren. Besonders luftreinige Pflanzen sind zum Beispiel: Efeutute, Bogenhanf, Aloe Vera und Grünlilie.
Fazit: Wohngesundheit als Schlüssel zu mehr Lebensqualität
Ein gesundes Zuhause ist weit mehr als ein ästhetischer Erholungsort – es beeinflusst direkt unser Wohlbefinden, unsere Gesundheit und sogar unsere Lebensqualität. Egal ob natürlicher Bodenbelag, schadstofffreie Wandfarben oder atmungsaktive Wandpaneele: Durch die Wahl wohngesunder Materialien kannst du aktiv für ein besseres Raumklima sorgen. Ergänzt durch regelmäßiges Lüften, schadstoffarme Möbel und luftreinigende Pflanzen entsteht eine Umgebung, in der du dich nicht nur wohlfühlst, sondern auch langfristig gesünder leben kannst.
Schon mit kleinen Veränderungen erzielst du eine große Wirkung – und dein Zuhause zu einem Ort, der natürlich, nachhaltig und gesund ist.