Vertikaler Garten: Inspiration für mehr Natur auf wenig Raum – inkl. DIY-Ideen

Sophia Böhm-Sarcoli

Teilen

Begrünung in die Höhe denken

Die Idee des vertikalen Gartens stammt aus dem Urban Gardening. Durch begrünte Wände oder kreative Pflanzsysteme zauberst du selbst auf kleinsten Flächen ein lebendiges Stück Natur. Ob auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten – vertikale Gärten sind platzsparend und deine Pflanzen lassen sich so stilvoll in Szene setzen. Hier erfährst du, wie du einen vertikalen Garten selbst anlegst, welche Pflanzen sich eignen und welche DIY-Ideen du ganz einfach selbst umsetzen kannst.

Was ist ein vertikaler Garten?

Ein vertikaler Garten bietet sich an, wenn du draußen über wenig Platz verfügst. Auch wenn du nur einen kleinen Balkon oder einen Hinterhof hast, musst du nicht auf ein grünes Paradies verzichten! Gerade in der Großstadt, wo der Raum für Grünflächen begrenzt ist, stellt eine Pflanzenwand eine attraktive Lösung dar. Durch das Anbringen von Pflanzen an der Hauswand, Zäunen oder freistehenden Konstruktionen entsteht dein grüner Rückzugsort. Und: Die Begrünung ist natürlich nicht nur dekorativ, sondern verbessert das Mikroklima und die Luftqualität. Obendrein dämmt eine grüne Wand auch Geräusche. Also: Worauf wartest du noch?

Geeignete Pflanzen für einen vertikalen Garten

Du kannst deinen vertikalen Garten auf viele kreative Arten umsetzen – etwa mit Sukkulenten, die in größere Mauerfugen gepflanzt werden, mit Farnen oder Funkien, die in ein Holzkastensystem gesetzt oder an einem Rankgitter befestigt werden. Achte darauf, Pflanzen zu wählen, die sich für den jeweiligen Untergrund eignen. So können sie auch an diesen besonderen Standorten gedeihen, selbst wenn sie Wind, Sonne und Frost ausgesetzt sind.

Außerdem hängt die Auswahl der Pflanzen davon ab, ob der vertikale Garten drinnen oder draußen, mit oder ohne Erde sowie mit oder ohne Bewässerungssystem betrieben wird. Hier einige Pflanzen, die für eine in die Höhe ausgerichtete Begrünung infrage kommen:

  • Kletterpflanzen: Efeu, Kletterhortensien, Kletterspindeln
  • Blattschmuckpflanzen: Funkien, Frauenmantel, Farne
  • Blühpflanzen: Glockenblumen, Purpurglöckchen
  • Gräser: Zwerg-Blau-Schwingel, Strauchveronika
  • Essbare Pflanzen: Pflücksalat, Erdbeeren, Kräuter wie Thymian oder Oregano
  • Sukkulenten: Hauswurz, Echeverien, Tillandsien

DIY-Ideen: Vertikalen Garten selber bauen

Bei der Gestaltung deines vertikalen Gartens kannst du deiner Fantasie freien Lauf lassen: Von Pflanzwänden oder Upcycling-Ideen wie Plastikflaschen oder Glühbirnen als Blumentopf – wir stellen dir kreative Möglichkeiten zum Nachbauen und -basteln vor:

Original,Wedding,Floral,Decoration,In,The,Form,Of,Mini-vases,And
  1. Pflanzwände aus Paletten oder Holzrahmen

Perfekt für Balkon und Terrasse: Bestücke Holzpaletten mit Pflanzkästen oder Regenrinnen und befestige diese an der Wand.

Mit Pflanzen in einem Holzrahmen kannst du auch im Innenbereich einen vertikalen Garten gestalten. Wandgarten mit Holzrahmen lässt sich wunderbar in Wohnräumen umsetzen – zum Beispiel mit einem hängenden Tillandsien-Garten. Die pflegeleichten Pflanzen haften gut an einem Drahtgitter und benötigen keine Erde. Statt Gießen reicht es, sie gelegentlich mit Regenwasser zu besprühen, damit sie frisch und vital bleiben.

Vertikaler Garten innen: die Pflanzenwand im Innenbereich

Im Wohnzimmer holst du dir mit einer Pflanzenwand die Natur in die eigenen vier Wände. Besonders gut kommt diese an der Wand hinter dem Sofa zur Geltung.

Im Badezimmer sorgt ein Pflanzenkunstwerk an der Wand für eine entspannende Atmosphäre und trägt zu einem echten Wohlfühlambiente bei. Die Farbe Grün wird oft mit Ruhe und Erholung assoziiert, was im Bad eine Stimmung wie im Spa erzeugt. Besonders gut für vertikale Gärten in feuchten Räumen wie Badezimmern oder Küchen eignet sich Moos, da es kaum Pflege benötigt und die Feuchtigkeit aus der Luft aufnimmt, um sich selbst zu versorgen.

  1. Upcycling mit Plastikflaschen

Leere Plastikflaschen können zu hängenden Pflanzgefäßen umfunktioniert werden. Dazu schneidest du eine große Öffnung in die Flasche, befüllst diese mit Erde und hängst sie dann mit einer Schnur auf. Du magst es bunt? Dann streiche die Flaschen zusätzlich mit Acryllack an. So entsteht ein individuelles Pflanzen-Kunstwerk für dein vertikales Grün.

  1. Modulare Systeme mit automatischer Bewässerung

Wer eine pflegeleichte Variante möchte, kann auf vertikale Pflanzsysteme aus dem Fachhandel zurückgreifen. Diese beinhalten oft ein Tröpfchenbewässerungssystem, das die Pflanzen gleichmäßig mit Wasser versorgt. Dabei wird das Wasser aus einem Speicher direkt in die darunterliegende Schicht aus Substrat oder Steinwolle geleitet. Diese speichert die Feuchtigkeit und gibt sie über einen längeren Zeitraum an die Pflanzen ab. Je nach Pflanzenart wird der vertikale Garten mehrmals täglich bewässert – idealerweise drei- bis fünfmal –, sodass ein kontinuierlicher Wasserkreislauf entsteht.

  1. Grüne Wände als Raumteiler

Freistehende, bepflanzte Wände können als Sichtschutz oder Raumteiler im Garten dienen. Eine stabile Unterkonstruktion und eine wetterfeste Rückwand sorgen für Langlebigkeit.

Im Garten oder auf dem Balkon sollte die begrünte Wand idealerweise an einem sonnigen bis halbschattigen Platz stehen. Um sie vor winterlichem Frost zu schützen, ist es sinnvoll, sie mit der Rückseite an eine Außenmauer zu lehnen. Soll die Wand als Raumtrenner im Garten dienen, kann eine zusätzliche Dämmschicht, beispielsweise aus Styropor, für besseren Schutz sorgen. Ab November empfiehlt es sich, die Pflanzen mit einem Vlies abzudecken. Achte auf eine stabile Konstruktion, damit die grüne Wand dauerhaft ansprechend aussieht und sicher steht.

Tipp: Wie du das Beste aus einem kleinen Outdoor-Bereich herausholst, erfährst du auch in unserem Magazinbeitrag  „Kleiner Garten, große Ideen! 10 Tipps für mehr Platz & Stil“.

Pflege eines vertikalen Gartens

Damit die Pflanzen dauerhaft gedeihen, sind die richtige Pflege und eine angepasste Bewässerung wichtig.

  • Standort beachten: Trockenheitsverträgliche Pflanzen wie Sukkulenten fühlen sich an sonnigen Standorten wohl, Farne und Moose bevorzugen schattige Plätze.
  • Regelmäßig gießen: Besonders in hängenden Systemen trocknet das Substrat schneller aus.
  • Düngen nicht vergessen: In Pflanzsystemen mit wenig Erde sind Düngergaben wichtig, um Nährstoffmangel zu vermeiden.
  • Winterfest machen: Falls dein vertikaler Garten im Freien steht, sollten frostempfindliche Pflanzen im Winter geschützt werden.

Ein vertikaler Garten ist eine kreative und nachhaltige Möglichkeit für viel Grün auf begrenzten Raum. Egal, ob als dekoratives Highlight, Sichtschutz oder luftreinigendes Element – die Gestaltung hält unzählige Möglichkeiten für Hobbygärtner und Pflanzenliebhaber bereit.

Sichtschutzzäune, Rankgitter, Pflanzkübel und vieles mehr für deinen vertikalen Garten findest du in unserem Shop.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie befestige ich eine Pflanzenwand an der Wand?

Teilen


Je nach Gewicht eignen sich Wandhalterungen, Schrauben oder spezielle Pflanzsysteme.

Welche Pflanzen sind für eine Pflanzenwand im Innenbereich geeignet?

Teilen


Tillandsien, Moose, Farne oder luftreinigende Pflanzen wie Efeutute sind ideal für Innenräume.

Wie pflegeintensiv ist ein vertikaler Garten?

Teilen


Das hängt vom System ab. Selbstbewässernde Module reduzieren den Aufwand, während DIY-Projekte mit häufigerem Gießen verbunden sind.

Braucht ein vertikaler Garten eine Drainage?

Teilen


Ja, um Staunässe zu vermeiden. Eine Schicht Kies oder Vlies hilft, überschüssiges Wasser abzuleiten.

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren